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Eigenschaften von NH3

Eigenschaften von NH3 (Ammoniak):

Name der VerbindungAmmoniak
Chemische FormelNH3
Molare Masse17.03052 g/mol

Chemische Struktur
NH3 (Ammoniak) - Chemische Struktur
Lewis-Struktur
3D-Molekülstruktur
Physikalische Eigenschaften
Aussehenfarbloses Gas
GeruchStarker, beißender Geruch, vergleichbar mit Aceton bei höheren Konzentrationen
Löslichkeit470.0 g/100 ml
Dichte0.6819 g/cm³
Helium 0.0001786
Iridium 22.562
Schmelzpunkt-77.73 °C
Helium -270.973
Hafniumcarbid 3958
Siedepunkt-33.34 °C
Helium -268.928
Wolframkarbid 6000
Thermochemie
Bildungsenthalpie-46.00 kJ/mol
Adipinsäure -994.3
Trikarbon 820.06
Standardentropie193.00 J/(mol·K)
Ruthenium(III)-iodid -247
Chlordecon 764

Elementare Zusammensetzung von NH3
ElementSymbolAtomgewichtAtomeMassenprozent
StickstoffN14.0067182.2447
WasserstoffH1.00794317.7553
MassenprozentzusammensetzungAtomprozentzusammensetzung
N: 82.24%H: 17.76%
N Stickstoff (82.24%)
H Wasserstoff (17.76%)
N: 25.00%H: 75.00%
N Stickstoff (25.00%)
H Wasserstoff (75.00%)
Massenprozentzusammensetzung
N: 82.24%H: 17.76%
N Stickstoff (82.24%)
H Wasserstoff (17.76%)
Atomprozentzusammensetzung
N: 25.00%H: 75.00%
N Stickstoff (25.00%)
H Wasserstoff (75.00%)
Kennungen
CAS-Nummer7664-41-7
LÄCHELNN
Hill-FormelH3N

Verwandte Verbindungen
FormelZusammengesetzter Name
HNImidogen
HN3Stickstoffsäure
N5HPentazol
NH2Aminoradikal
NH5Stickstoffpentahydrid
N2H4Hydrazin
H4N4Tetrazen
H3N3Triazen
H2N2Diimid

Beispielreaktionen für NH3
GleichungReaktionstyp
NH3 + O2 = NO + H2Odoppelter Austausch
NH3 + O2 = N2 + H2OEinzelersatz
NH3 + H2SO4 = (NH4)2SO4Synthese
CO2 + NH3 = OC(NH2)2 + H2Odoppelter Austausch
NH3 + HCl = NH4ClSynthese

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Ammoniak (NH₃): Chemische Verbindung

Wissenschaftlicher Übersichtsartikel | Chemie-Referenzreihe

Abstrakt

Ammoniak (NH₃) ist eine anorganische chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff und stellt das einfachste stabile Pnictogenhydrid dar. Dieses farblose Gas zeigt einen charakteristisch stechenden Geruch und dient als grundlegender Baustein in der modernen Chemie und Industrie. Ammoniak weist eine trigonal-pyramidale Molekulargeometrie mit einem Bindungswinkel von 106,7° auf und besitzt ein signifikantes Dipolmoment von 1,42 D. Die Verbindung schmilzt bei −77,73 °C und siedet bei −33,34 °C unter Standardatmosphärendruck. Ammoniak fungiert als schwache Base in wässrigen Lösungen mit einem pKb von 4,75 und bildet Ammoniumhydroxid. Die industrielle Produktion erfolgt primär durch das Haber-Bosch-Verfahren, das Ammoniak aus atmosphärischem Stickstoff und Wasserstoff unter Hochdruck- und Hochtemperaturbedingungen synthetisiert. Die globale Produktion übersteigt 235 Millionen Tonnen pro Jahr, wobei etwa 88 % in Düngemittelanwendungen genutzt werden. Ammoniak findet auch bedeutende Verwendung in Kühlsystemen, chemischer Synthese und aufstrebenden Energietechnologien.

Einführung

Ammoniak nimmt sowohl in der anorganischen Chemie als auch in industriellen Anwendungen eine zentrale Stellung als einfachstes binäres Hydrid des Stickstoffs ein. Als anorganische Verbindung klassifiziert, dient Ammoniak als Vorläufer einer umfangreichen Familie stickstoffhaltiger Verbindungen und stellt ein entscheidendes Intermediat im globalen Stickstoffkreislauf dar. Die Entdeckung der Verbindung datiert auf antike Zeiten zurück, wobei die systematische wissenschaftliche Untersuchung im 18. Jahrhundert durch die Arbeit von Joseph Black, Carl Wilhelm Scheele und Joseph Priestley begann. Das moderne Verständnis des chemischen Verhaltens von Ammoniak entstand durch die Entwicklung der Valenztheorie und der Molekülorbitaltheorie im 20. Jahrhundert. Die industrielle Bedeutung von Ammoniak stieg nach der Entwicklung des katalytischen Syntheseverfahrens durch Fritz Haber im Jahr 1909 dramatisch an, das die Großproduktion für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen ermöglichte. Die grundlegende Bedeutung von Ammoniak resultiert aus seiner Rolle als primärer Träger für fixierten Stickstoff in der industriellen Chemie und seiner einzigartigen Kombination physikalischer und chemischer Eigenschaften, die es in zahlreichen technologischen Domänen unverzichtbar machen.

Molekularstruktur und Bindung

Molekulare Geometrie und elektronische Struktur

Das Ammoniakmolekül nimmt nach der Valenzschalen-Elektronenpaar-Abstoßungstheorie (VSEPR-Theorie) eine trigonal-pyramidale Geometrie an. Diese Konfiguration resultiert aus der Präsenz von vier Elektronendomänen um das zentrale Stickstoffatom – drei Bindungspaare und ein freies Elektronenpaar. Der experimentelle H-N-H-Bindungswinkel misst 106,7°, deutlich weniger als der ideale tetraedrische Winkel von 109,5° aufgrund erhöhter Abstoßung durch das freie Elektronenpaar. Die Elektronenkonfiguration von Stickstoff ist 1s²2s²2p³, wobei in Ammoniak sp³-Hybridisierung auftritt, um vier äquivalente Hybridorbitale zu bilden. Das Stickstoffatom trägt eine formale Ladung von -1, während jedes Wasserstoffatom eine formale Ladung von +1 trägt, was insgesamt zu einem neutralen Molekül führt. Die Molekülorbitaltheorie beschreibt die Bindung in Ammoniak durch drei äquivalente N-H-σ-Bindungen, die durch Überlappung der sp³-Hybridorbitale des Stickstoffs mit den 1s-Orbitalen des Wasserstoffs gebildet werden. Das höchste besetzte Molekülorbital entspricht dem freien Elektronenpaar des Stickstoffs, das in einem sp³-Hybridorbital mit vorwiegend s-Charakter residiert.

Chemische Bindung und zwischenmolekulare Kräfte

Die N-H-Bindungen in Ammoniak weisen eine Bindungslänge von 101,7 pm und eine Bindungsdissoziationsenergie von 435 kJ/mol auf. Diese polaren kovalenten Bindungen resultieren in einem molekularen Dipolmoment von 1,42 D, das entlang der C3v-Symmetrieachse gerichtet ist. Zwischenmolekulare Kräfte in Ammoniak werden von Wasserstoffbrückenbindungen dominiert, mit einer relativ hohen Verdampfungsenthalpie von 23,5 kJ/mol am Siedepunkt. Die Wasserstoffbrückenenergie in flüssigem Ammoniak beträgt etwa 17 kJ/mol, deutlich schwächer als in Wasser, aber ausreichend, um eine extensive Assoziation in der Flüssigphase zu bewirken. Ammoniakmoleküle gehen im flüssigen Zustand bei Raumtemperatur etwa 1,5 Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül ein. Die Fähigkeit der Verbindung, starke Wasserstoffbrückenbindungen zu bilden, trägt zu ihrer hohen Löslichkeit in Wasser (530 g/L bei 20 °C) und ihrem anomal hohen Siedepunkt relativ zu seinem Molekulargewicht bei. Van-der-Waals-Kräfte tragen im Vergleich zu Wasserstoffbrückeneffekten minimal zu zwischenmolekularen Wechselwirkungen bei.

Physikalische Eigenschaften

Phasenverhalten und thermodynamische Eigenschaften

Ammoniak existiert bei Standardtemperatur und -druck als farbloses Gas mit einem charakteristisch stechenden Geruch, der bei Konzentrationen as low as 5 ppm nachweisbar ist. Die Gasdichte beträgt 0,769 kg/m³ bei STP, was es leichter als Luft macht. Flüssiges Ammoniak zeigt eine Dichte von 681,9 kg/m³ an seinem Siedepunkt und weist eine abnehmende Dichte mit steigender Temperatur auf. Der Tripelpunkt tritt bei 195,4 K und 6,060 kPa auf, während der kritische Punkt bei 405,5 K und 11,35 MPa beobachtet wird. Ammoniak schmilzt bei −77,73 °C und siedet bei −33,34 °C unter atmosphärischem Druck. Die Schmelzenthalpie beträgt 5,65 kJ/mol, während die Verdampfungsenthalpie am Siedepunkt 23,35 kJ/mol beträgt. Die Wärmekapazität von gasförmigem Ammoniak beträgt 35,06 J/(mol·K) bei 25 °C, wobei flüssiges Ammoniak eine höhere Wärmekapazität von 80,8 J/(mol·K) bei −33 °C aufweist. Der Dampfdruck der Verbindung folgt der Gleichung log10(P) = 4,1859 - 1099,5/T, wobei P in mmHg und T in Kelvin für den Temperaturbereich 179-261 K angegeben ist.

Spektroskopische Eigenschaften

Ammoniak zeigt reiche spektroskopische Merkmale über mehrere Regionen hinweg. Die Infrarotspektroskopie offenbart fundamentale Schwingungsmoden bei 3336 cm⁻¹ (asymmetrische Streckung), 3219 cm⁻¹ (symmetrische Streckung) und 950 cm⁻¹ (Deformationsmode). Die Inversionsschwingung tritt bei etwa 23,79 GHz im Mikrowellenbereich auf, entsprechend einer Wellenlänge von 1,260 cm. Die Kernspinresonanzspektroskopie zeigt das 1H-NMR-Signal bei 1,47 ppm relativ zu TMS in wässriger Lösung, während 14N-NMR ein Signal bei 0,0 ppm relativ zu Nitromethan zeigt. Die Ultraviolett-Sichtbar-Spektroskopie demonstriert einen schwachen n→σ*-Übergang bei 194 nm mit ε = 5700 M⁻¹cm⁻¹. Die massenspektrometrische Analyse zeigt ein Parent-Ion bei m/z = 17 (NH₃⁺) mit Hauptfragmentionen bei m/z = 16 (NH₂⁺) und m/z = 15 (NH⁺). Das Photoelektronenspektrum zeigt Ionisationspotentiale bei 10,85 eV (Elektron des freien Paares) und 15,3 eV (Bindungselektronen).

Chemische Eigenschaften und Reaktivität

Reaktionsmechanismen und Kinetik

Ammoniak nimmt an zahlreichen chemischen Reaktionen sowohl durch seine freien Elektronenpaare als auch durch N-H-Bindungen teil. Nukleophile Substitutionsreaktionen verlaufen nach SN2-Mechanismen mit Alkylhalogeniden unter Bildung von Ammoniumsalzen mit Geschwindigkeitskonstanten typischerweise im Bereich von 10⁻³ bis 10⁻⁵ M⁻¹s⁻¹, abhängig vom Elektrophil. Ammoniak unterliegt der Verbrennung nach der Stöchiometrie 4NH₃ + 3O₂ → 2N₂ + 6H₂O mit einer Enthalpieänderung von -1267 kJ/mol. Die Reaktion zeigt eine Aktivierungsenergie von etwa 200 kJ/mol und verläuft über Radikalmechanismen unter Beteiligung von NH₂- und HNO-Intermediaten. Die katalytische Oxidation über Platinnetz bei 700-850 °C produziert Stickstoffmonoxid mit 95-98 % Ausbeute im Ostwald-Verfahren. Die Zersetzung zu Stickstoff und Wasserstoff wird oberhalb von 400 °C signifikant mit einer Aktivierungsenergie von 330 kJ/mol. Ammoniak zeigt Stabilität unter alkalischen Bedingungen, zersetzt sich jedoch langsam in sauren Medien durch Ammoniumionenbildung.

Säure-Base- und Redox-Eigenschaften

Ammoniak fungiert als schwache Brønsted-Lowry-Base mit pKb = 4,75 in wässriger Lösung, entsprechend pKa = 9,24 für die konjugierte Säure Ammoniumion. Die Basizität nimmt in nichtwässrigen Lösungsmitteln zu, mit pKb = 9,25 in Methanol und 10,47 in Ethanol. Ammoniak wirkt auch als Lewis-Base und bildet Koordinationskomplexe mit Metallionen wie [Ag(NH₃)₂]⁺ und [Cu(NH₃)₄]²⁺ mit Bildungskonstanten von 10⁷·² bzw. 10¹²·⁹. Redox-Eigenschaften umfassen ein Standardreduktionspotential von -0,77 V für das NH₄⁺/NH₃-Paar und Oxidationspotentiale von 0,89 V für NH₃/N₂ und 0,06 V für NH₃/NO in basischer Lösung. Ammoniak reduziert starke Oxidationsmittel wie Hypochlorit zu Chloramin und Wasserstoffperoxid zu Stickstoffgas. Die Verbindung zeigt Stabilität in reduzierenden Umgebungen, unterliegt jedoch Oxidation in Gegenwart von Sauerstoff oder anderen Oxidationsmitteln.

Synthese und Herstellungsmethoden

Laborsyntheserouten

Die Ammoniaksynthese im Labormaßstab nutzt typischerweise die thermische Zersetzung von Ammoniumsalzen oder die Hydrolyse von Metallnitriden. Ammoniumchlorid zersetzt sich beim Erhitzen mit Calciumhydroxid gemäß der Reaktion 2NH₄Cl + Ca(OH)₂ → CaCl₂ + 2H₂O + 2NH₃, wobei gasförmiges Ammoniak entsteht, das durch Verdrängung nach unten aufgefangen werden kann. Diese Methode produziert Ammoniak mit 85-90 % Ausbeute bei Temperaturen von 150-200 °C. Metallnitride wie Magnesiumnitrid reagieren mit Wasser über Mg₃N₂ + 6H₂O → 3Mg(OH)₂ + 2NH₃ und liefern eine nahezu quantitative Ammoniakproduktion. Kleine Mengen hochreinen Ammoniaks können durch direkte Kombination der Elemente unter Verwendung elektrischer Entladung oder photochemischer Aktivierung erhalten werden, obwohl diese Methoden eine geringe Effizienz aufweisen. Die Reinigung von Laborammoniak umfasst typischerweise fraktionierte Destillation bei reduziertem Druck oder Passage durch alkalische Lösungen, um Kohlendioxid und andere saure Verunreinigungen zu entfernen.

Industrielle Produktionsmethoden

Die industrielle Ammoniakproduktion nutzt überwiegend das Haber-Bosch-Verfahren, das bei Temperaturen von 400-500 °C und Drücken von 15-25 MPa unter Verwendung von promotierten Eisenkatalysatoren arbeitet. Die Reaktion N₂ + 3H₂ ⇌ 2NH₃ verläuft mit Gleichgewichtskonstanten im Bereich von 0,006 bei 450 °C bis 0,5 bei 350 °C. Moderne Ammoniakanlagen erreichen Einzelpass-Umsätze von 15-25 % mit Gesamtausbeuten von über 98 % durch Recyclingsysteme. Der Ausgangsstoff Wasserstoff stammt primär aus dem Dampfreformen von Erdgas, während Stickstoff aus der Luftzerlegung gewonnen wird. Der Energieverbrauch reicht von 28-32 GJ pro Tonne produziertem Ammoniak, wobei state-of-the-art Anlagen thermische Wirkungsgrade von 70-75 % erreichen. Die jährliche globale Produktionskapazität übersteigt 250 Millionen Tonnen, wobei China, Russland und die Vereinigten Staaten die größten Produzenten darstellen. Die Prozessoptimierung konzentriert sich auf Energieintegration, Katalysatorentwicklung und Kohlenstoffabscheidungstechnologien zur Reduzierung der Umweltauswirkungen.

Analytische Methoden und Charakterisierung

Identifikation und Quantifizierung

Für den Nachweis und die Quantifizierung von Ammoniak werden zahlreiche analytische Techniken eingesetzt, abhängig vom Konzentrationsbereich und der Matrixzusammensetzung. Spektrophotometrische Methoden nutzen Nessler's Reagenz (K₂HgI₄), das eine gelb-braune Färbung mit Nachweisgrenzen von 0,5 mg/L NH₃-N erzeugt. Die Indophenolblau-Methode bietet eine verbesserte Sensitivität mit Nachweisgrenzen von 0,01 mg/L durch Reaktion mit Phenol und Hypochlorit. Ionenselektive Elektroden ermöglichen eine schnelle Messung in wässrigen Lösungen mit linearem Ansprechverhalten von 0,03 bis 1400 mg/L NH₃-N. Die Gaschromatographie mit Wärmeleitfähigkeitsdetektion erreicht Nachweisgrenzen im parts-per-billion-Bereich für gasförmiges Ammoniak unter Verwendung von porösen Polymersäulen. Titrimetrische Methoden umfassen direkte Säure-Base-Titration für konzentrierte Lösungen und Rücktitration mit Standard-Säure für verdünnte Proben. Moderne analytische Ansätze integrieren Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie für kontinuierliches Monitoring und Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie für Tracerstudien.

Reinheitsbewertung und Qualitätskontrolle

Die Reinheitsbewertung von Ammoniak konzentriert sich auf Wassergehalt, nichtkondensierbare Gase und metallische Verunreinigungen. Die Karl-Fischer-Titration bestimmt den Wassergehalt mit einer Genauigkeit von ±5 ppm für wasserfreies Ammoniak. Die Gaschromatographie misst nichtkondensierbare Gase wie Stickstoff, Sauerstoff und Argon mit Nachweisgrenzen unter 10 ppm. Die Atomabsorptionsspektroskopie identifiziert metallische Verunreinigungen einschließlich Eisen, Nickel und Chrom im Sub-ppm-Bereich. Brechungsindexmessungen liefern einen schnellen Reinheitshinweis mit n20D = 1,3327 für reines Ammoniak. Industriequalitäts-Ammoniak enthält typischerweise weniger als 0,2 % Wasser und 0,5 % nichtkondensierbare Gase, während Material für die Elektronik Verunreinigungen unter 1 ppm insgesamt spezifiziert. Qualitätskontrollprotokolle umfassen die Gefrierpunktbestimmung (-77,73 °C für reines NH₃) und Leitfähigkeitsmessungen, um die Abwesenheit ionischer Verunreinigungen sicherzustellen. Lager- und Handhabungsprozeduren erhalten die Reinheit durch trockene Inertgasabdeckungen und kontaminationsfreie Transfersysteme.

Anwendungen und Verwendungen

Industrielle und kommerzielle Anwendungen

Ammoniak dient als primärer Ausgangsstoff für die Stickstoffdüngerproduktion, wobei etwa 80 % der globalen Produktion zu Harnstoff, Ammoniumnitrat und anderen stickstoffhaltigen Düngemitteln umgewandelt werden. Die Verbindung fungiert als Kältemittel in industriellen Systemen unter der Bezeichnung R-717 und bietet überlegene thermodynamische Eigenschaften mit null Ozonabbaupotential. Die chemische Herstellung nutzt Ammoniak als Vorläufer für Salpetersäure durch katalytische Oxidation und für Hydrazin durch das Raschig-Verfahren. Ammoniak findet Anwendung in der Wasseraufbereitung als pH-Regulator und Chloraminvorläufer, in der Metallurgie als Nitrierungsmittel für die Oberflächenhärtung von Stahl und in der Erdölraffination als Neutralisator für Säurekatalysatoren. Die Zellstoff- und Papierindustrie verwendet Ammoniak in chemischen Rückgewinnungsprozessen, während die Lebensmittelverarbeitung Ammoniumbicarbonat als Backtriebmittel einsetzt. Aufstrebende Anwendungen umfassen Rauchgasentschwefelung und Stickoxidreduktion in selektiven katalytischen Reduktionssystemen.

Forschungsanwendungen und aufstrebende Nutzungen

Forschungsanwendungen von Ammoniak umspannen multiple wissenschaftliche Disziplinen. In der Materialwissenschaft dient Ammoniak als Stickstoffquelle für die Abscheidung von Nitrid-Halbleitern und als Vorläufer für die chemische Gasphasenabscheidung von Bornitrid-Schichten. Die Katalyseforschung nutzt Ammoniak als Sondenmolekül für die Charakterisierung von Säurezentren in Zeolithen und anderen Festkörpersäuren. Untersuchungen zur Energiespeicherung erforschen Ammoniak als Wasserstoffträger mit 17,6 Gew.% Wasserstoffgehalt und günstigen Transporteigenschaften. Die Verbrennungsforschung konzentriert sich auf Ammoniak als kohlenstofffreien Brennstoff für Gasturbinen und Verbrennungsmotoren, mit jüngsten Demonstrationen des Co-Firing mit Erdgas. Elektrochemische Studien untersuchen die Ammoniaksynthese durch lithiumvermittelte Stickstoffreduktion als potenzielle Alternative zum Haber-Bosch-Verfahren. Die Umweltwissenschaft verwendet stabilisotopenmarkiertes Ammoniak (15NH₃) für die Stickstoffkreislaufverfolgung und die Modellierung der Atmosphärenchemie. Die Mikroelektronikfertigung nutzt Ammoniak in der Siliciumnitridabscheidung und Waferreinigungsprozessen.

Historische Entwicklung und Entdeckung

Die Geschichte von Ammoniak erstreckt sich über Jahrtausende, mit früher Erkennung von Ammoniumsalzen aus vulkanischen Regionen und der Zersetzung von tierischen Abfällen. Alte Zivilisationen, einschließlich der ägyptischen, griechischen und römischen Kulturen, nutzten Ammoniumchlorid (Salmiak) aus Tempelablagerungen nahe dem Heiligtum von Jupiter Amun. Mittelalterliche Alchemisten, einschließlich Jabir ibn Hayyan, beschrieben die Ammoniakherstellung aus Tierhörnern und -hufen, was Spirit of Hartshorn ergab. Die wissenschaftliche Isolierung von gasförmigem Ammoniak erfolgte im 18. Jahrhundert durch die Arbeit von Joseph Black, der Ammoniak aus Ammoniumsalzen und Magnesiumoxid erhielt. Die systematische Untersuchung der Zusammensetzung von Ammoniak folgte durch Forschung von Claude Louis Berthollet, der seinen Stickstoff- und Wasserstoffgehalt etablierte. Das 19. Jahrhundert erlebte die Entwicklung industrieller Produktionsmethoden, einschließlich des Cyanamidverfahrens und des Lichtbogenverfahrens zur Stickstofffixierung. Der entscheidende Durchbruch kam 1909 mit Fritz Habers Demonstration der katalytischen Ammoniaksynthese aus den Elementen, die anschließend von Carl Bosch industriell hochskaliert wurde. Diese Entwicklung revolutionierte die Landwirtschaft und brachte Haber den Nobelpreis für Chemie 1918 ein. Nachfolgende Fortschritte konzentrierten sich auf Katalysatoroptimierung, Prozessintegration und Energieeffizienzverbesserungen throughout the 20. Jahrhundert.

Schlussfolgerung

Ammoniak repräsentiert eine der fundamental wichtigsten chemischen Verbindungen, die wissenschaftliches Verständnis und industrielle Anwendung überbrückt. Seine einzigartige Molekularstruktur, charakterisiert durch trigonal-pyramidale Geometrie und signifikante Polarität, bestimmt distinctive physikalische Eigenschaften einschließlich extensiver Wasserstoffbrückenbindungen und hoher Löslichkeit. Das chemische Verhalten umfasst sowohl nukleophilen als auch basischen Charakter und ermöglicht die Teilnahme an diversen Reaktionspfaden. Die Entwicklung effizienter synthetischer Methoden, insbesondere des Haber-Bosch-Verfahrens, transformierte Ammoniak in eine Massenchemikalie, die essentiell für die moderne Landwirtschaft und Industrie ist. Aktuelle Anwendungen umspannen die Düngemittelproduktion, Kältetechnik, chemische Synthese und Umweltschutz, während aufstrebende Nutzungen in der Energiespeicherung und kohlenstofffreien Brennstoffen anhaltende Relevanz demonstrieren. Laufende Forschung adressiert Herausforderungen in nachhaltiger Produktion durch elektrochemische Synthese, Integration erneuerbarer Energien und Katalysatorentwicklung. Die zentrale Rolle von Ammoniak im globalen Stickstoffkreislauf und sein Potenzial als Wasserstoffträger sichern seine fortgesetzte wissenschaftliche und technologische Bedeutung für die absehbare Zukunft.

Datenbank mit Eigenschaften chemischer Verbindungen

Diese Datenbank enthält physikalische Eigenschaften und alternative Namen für Tausende chemischer Verbindungen. Für die chemische Formel können Sie nutzen:
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Beispiele: H2O, CO2, CH4, NH3, NaCl, CaCO3, H2SO4, C6H12O6, Wasser, Kohlendioxid, Methan, Ammoniak, Natriumchlorid, Kalziumkarbonat, Schwefelsäure, Glucose.

Die Datenbank enthält Schmelzpunkte, Siedepunkte, Dichten und alternative Namen, die aus verschiedenen chemischen Quellen gesammelt wurden.

Was sind zusammengesetzte Eigenschaften?

Zu den Eigenschaften chemischer Verbindungen gehören physikalische Merkmale wie Schmelzpunkt, Siedepunkt und Dichte, die für die Identifizierung und Anwendung von Chemikalien wichtig sind. Alternative Namen helfen dabei, dieselbe Verbindung zu identifizieren, wenn auf sie durch unterschiedliche Namenskonventionen verwiesen wird.

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