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Eigenschaften von La

Eigenschaften von La (Lanthan):

Name der VerbindungLanthan
Chemische FormelLa
Molare Masse138.90547 g/mol
Physikalische Eigenschaften
AussehenGoldene Kristalle
Dichte5.6100 g/cm³
Schmelzpunkt2,300.00 °C

Elementare Zusammensetzung von La
ElementSymbolAtomgewichtAtomeMassenprozent
LanthanLa138.905471100.0000
MassenprozentzusammensetzungAtomprozentzusammensetzung
La: 100.00%
La Lanthan (100.00%)
La: 100.00%
La Lanthan (100.00%)
Massenprozentzusammensetzung
La: 100.00%
La Lanthan (100.00%)
Atomprozentzusammensetzung
La: 100.00%
La Lanthan (100.00%)
Kennungen
CAS-Nummer12031-30-0
LÄCHELN[S-2].[La+2]
Hill-FormelLa

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Lanthanmonosulfid (LaS): Chemische Verbindung

Wissenschaftlicher Übersichtsartikel | Chemie-Referenzreihe

Zusammenfassung

Lanthanmonosulfid (LaS) stellt eine binäre anorganische Verbindung dar, die aus Lanthan und Schwefel im stöchiometrischen Verhältnis 1:1 besteht. Dieses kristalline Material zeigt ein markantes gold-metallisches Erscheinungsbild und kristallisiert in der kubischen Steinsalzstruktur mit der Raumgruppe Fm3m. Die Verbindung weist eine außergewöhnliche thermische Stabilität mit einem Schmelzpunkt von 2300°C und einer Dichte von 5,61 g/cm³ auf. Lanthanmonosulfid zeigt metallische Leitfähigkeitseigenschaften, die auf eine partielle Elektronendelokalisierung in seiner elektronischen Struktur zurückzuführen sind. Das Material findet aufgrund seiner einzigartigen Kombination aus thermischen und elektrischen Eigenschaften Anwendung in Hochtemperatur-Thermoelektrika und speziellen elektronischen Bauteilen. Die Synthese erfolgt typischerweise durch direkte Kombination von elementarem Lanthan und Schwefeldampf oder über Reduktionswege unter Beteiligung höherer Sulfide.

Einführung

Lanthanmonosulfid gehört zur Klasse der Lanthanid-Monochalkogenide, einer Gruppe von Verbindungen, die vielfältige elektronische Eigenschaften aufweisen, die von halbleitendem bis metallischem Verhalten reichen. Diese anorganische Verbindung ist in der Materialwissenschaft aufgrund ihrer außergewöhnlichen thermischen Stabilität und interessanten elektronischen Eigenschaften von Bedeutung. Die Steinsalzstruktur der Verbindung bietet ein Modellsystem zum Studium von Bindungswechselwirkungen zwischen Lanthanid-Metallen und Chalkogenen. Das industrielle Interesse an LaS resultiert aus seinen potenziellen Anwendungen in Hochtemperaturumgebungen, in denen konventionelle Halbleiter versagen. Das Material zeigt besondere Nützlichkeit in thermoelektrischen Energieumwandlungssystemen, die über 1000°C betrieben werden.

Molekularstruktur und Bindung

Molekulare Geometrie und elektronische Struktur

Lanthanmonosulfid nimmt die Natriumchlorid (Steinsalz)-Kristallstruktur mit der Raumgruppe Fm3m (Nummer 225) an. Der Gitterparameter beträgt 0,586 nm mit Z=4 Formeleinheiten pro Elementarzelle. In dieser Anordnung koordiniert jedes Lanthan-Kation oktaedrisch mit sechs Sulfid-Anionen, während jedes Sulfid-Anion ähnlich mit sechs Lanthan-Kationen koordiniert. Der La-S-Bindungsabstand beträgt basierend auf kristallografischen Daten 293 pm.

Die elektronische Struktur von LaS zeigt metallischen Charakter trotz seiner nominal ionischen Formulierung. Lanthan mit der Elektronenkonfiguration [Xe]5d¹6s² spendet formal zwei Elektronen an Schwefel ([Ne]3s²3p⁴), um abgeschlossene Schalenkonfigurationen zu erreichen. Spektroskopische Evidenz deutet jedoch auf eine partielle Elektronendelokalisierung hin, wobei das 5d-Band von Lanthan mit dem 3p-Band von Schwefel überlappt. Diese elektronische Struktur resultiert in elektrischen Leitfähigkeitswerten von etwa 10⁴ S/cm bei Raumtemperatur. Die Verbindung zeigt Pauli-Paramagnetismus, der mit metallischem Verhalten konsistent ist.

Chemische Bindung und intermolekulare Kräfte

Die Bindung in Lanthanmonosulfid zeigt primär ionischen Charakter mit kovalenten Beiträgen. Die Madelung-Konstante für die Steinsalzstruktur berechnet sich auf etwa 1,7476, was auf eine starke ionische Stabilisierung hindeutet. Die Born-Haber-Zyklus-Analyse ergibt eine Gitterenergie von 3450 kJ/mol. Die Verbindung zeigt aufgrund ihres starken ionischen Gitters und ihrer hohen Gitterenergie vollständige Unlöslichkeit in allen gängigen Lösungsmitteln.

Röntgenphotoelektronenspektroskopie-Messungen zeigen einen Elektronegativitätsunterschied von 1,5 zwischen Lanthan (1,1 Pauling-Skala) und Schwefel (2,6 Pauling-Skala), was den primär ionischen Charakter der Bindung unterstützt. Der Schmelzpunkt der Verbindung von 2300°C spiegelt die Stärke dieser ionischen Wechselwirkungen wider. Das Material zeigt aufgrund dieser starken Gitterkräfte einen vernachlässigbaren Dampfdruck unterhalb von 2000°C.

Physikalische Eigenschaften

Phasenverhalten und thermodynamische Eigenschaften

Lanthanmonosulfid bildet gold-metallische Kristalle mit kubischer Morphologie. Die Verbindung schmilzt kongruent bei 2300°C ohne Zersetzung. Die hohe Schmelztemperatur weist auf eine außergewöhnliche thermische Stabilität hin. Die Dichte beträgt 5,61 g/cm³ bei 298 K. Die Wärmekapazität folgt oberhalb der Raumtemperatur dem Dulong-Petit-Gesetz mit Cp ≈ 50 J/mol·K.

Die Verbindung zeigt keine polymorphen Übergänge zwischen Raumtemperatur und ihrem Schmelzpunkt. Thermische Ausdehnungsmessungen zeigen einen linearen Koeffizienten von 11,2 × 10⁻⁶ K⁻¹. Die Debye-Temperatur berechnet sich aus Tieftemperatur-Wärmekapazitätsmessungen zu 280 K. Die Verbindung zeigt vernachlässigbare Löslichkeit in Wasser und gängigen organischen Lösungsmitteln.

Spektroskopische Eigenschaften

Infrarotspektroskopie zeigt Absorptionsbanden bei 320 cm⁻¹ und 285 cm⁻¹, die La-S-Streckschwingungen entsprechen. Die Raman-Spektroskopie zeigt einen einzelnen Peak bei 295 cm⁻¹, der dem F₂g-Modus zugeschrieben wird, der für die Steinsalzstruktur erwartet wird. UV-Vis-Spektroskopie zeigt eine breite Absorption über das gesamte sichtbare Spektrum mit Reflexionsminima bei 450 nm und 600 nm, was für das goldene Erscheinungsbild verantwortlich ist.

Röntgenphotoelektronenspektroskopie zeigt La 3d₅/₂- und 3d₃/₂-Peaks bei 835,2 eV bzw. 852,0 eV mit Satellitenstrukturen, die für Lanthanverbindungen charakteristisch sind. Der S 2p-Peak erscheint bei 161,5 eV, konsistent mit Sulfid-Ionen. Elektrische Widerstandsmessungen zeigen metallisches Verhalten mit ρ = 100 μΩ·cm bei Raumtemperatur, abnehmend auf 20 μΩ·cm bei 10 K.

Chemische Eigenschaften und Reaktivität

Reaktionsmechanismen und Kinetik

Lanthanmonosulfid zeigt eine bemerkenswerte chemische Stabilität unter Inertatmosphäre bis zu 2000°C. Die Verbindung oxidiert langsam an Luft bei Raumtemperatur unter Bildung von Lanthanoxysulfid (La₂O₂S) und letztlich Lanthanoxid und -sulfat. Die Oxidationskinetik folgt einem parabolischen Geschwindigkeitsgesetz mit einer Aktivierungsenergie von 120 kJ/mol zwischen 400-800°C.

Das Material reagiert mit Mineralsäuren unter Bildung von Schwefelwasserstoffgas und löslichen Lanthansalzen. Die Reaktion mit Salzsäure verläuft innerhalb von Minuten bei Raumtemperatur vollständig. Die Verbindung zeigt Beständigkeit gegen alkalische Lösungen bis zu pH 12. Thermische Zersetzung erfolgt nur oberhalb von 2300°C durch Dissoziation in die elementaren Bestandteile.

Säure-Base- und Redox-Eigenschaften

Lanthanmonosulfid verhält sich über sein Sulfid-Ion als Base und reagiert mit Säuren unter Bildung von Schwefelwasserstoff. Die Verbindung zeigt aufgrund ihrer vollständigen Unlöslichkeit in wässrigen Systemen keinen sauren Charakter. In geschmolzenen Salzen zeigt LaS reduzierende Eigenschaften und ist in der Lage, Übergangsmetalloxide zu reduzieren.

Die Standard-Bildungs-Gibbs-Energie beträgt -480 kJ/mol bei 298 K. Elektrochemische Messungen in geschmolzenen Salzen zeigen Oxidationspotentiale, die mit dem S²⁻/S-Redoxpaar konsistent sind. Die Verbindung zeigt Stabilität in reduzierenden Atmosphären bis zu ihrem Schmelzpunkt, oxidiert jedoch in oxidierenden Umgebungen oberhalb von 400°C leicht.

Synthese und Herstellungsmethoden

Laborsyntheserouten

Die direkteste Synthese beinhaltet die stöchiometrische Kombination von elementarem Lanthan und Schwefel. Die Reaktion verläuft nach: La + S → LaS. Diese Synthese verwendet typischerweise Schwefeldampf bei 500°C, der mit Lanthanmetallfolie oder -pulver reagiert. Die Reaktion erfordert eine sorgfältige Kontrolle des Schwefeldrucks, um die Bildung höherer Sulfide wie La₂S₃ oder LaS₂ zu verhindern.

Eine alternative Labormethode nutzt die Reduktion von Lanthantrisulfid mit metallischem Lanthan: La₂S₃ + La → 3LaS. Diese Reaktion erfolgt bei 1200°C unter Vakuum oder Inertatmosphäre. Das Produkt erfordert ein Ausheilen bei 1500°C für 24 Stunden, um Phasenreinheit zu erreichen. Beide Methoden produzieren kristallines Material mit 99,5% Reinheit, wenn sie unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden.

Industrielle Produktionsmethoden

Die industrielle Produktion verwendet die carbothermische Reduktion von Lanthanoxid mit Kohlenstoff- und Schwefelquellen: La₂O₃ + 3C + S → 2LaS + 3CO. Dieser Prozess läuft bei 1400-1600°C unter kontrollierter Atmosphäre ab. Die Reaktion ergibt Material technischer Qualität, das eine nachfolgende Reinigung durch Vakuumsublimation oder Zonenreinigung erfordert.

Die Großproduktion verwendet direktes Lichtbogenschmelzen von Lanthan und Schwefel in Graphittiegeln. Diese Methode produziert Barren, die für thermoelektrische Anwendungen geeignet sind. Die Produktionskosten belaufen sich auf etwa 500-800 US-Dollar pro Kilogramm für Forschungsqualitätsmaterial. Zu den Hauptherstellern gehören Spezialchemikalienlieferanten, die den Forschungs- und Entwicklungssektor bedienen.

Analytische Methoden und Charakterisierung

Identifikation und Quantifizierung

Die Röntgenbeugung bietet eine definitive Identifikation durch Vergleich mit dem Referenzmuster (JCPDS 00-003-0908). Charakteristische Reflexe beinhalten den (111)-Peak bei 2θ = 27,8° und den (200)-Peak bei 2θ = 32,2° unter Verwendung von Cu Kα-Strahlung. Die quantitative Phasenanalyse durch Rietveld-Verfeinerung erreicht eine Genauigkeit innerhalb von 2%.

Die Elementaranalyse verwendet typischerweise optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES) nach Säureauflösung. Die Nachweisgrenzen erreichen 0,01% für metallische Verunreinigungen. Die Kohlenstoff- und Sauerstoffanalyse verwendet Verbrennungsmethoden mit Nachweisgrenzen von 0,05%.

Reinheitsbewertung und Qualitätskontrolle

Hochreines LaS enthält weniger als 0,1% Sauerstoff und 0,05% Kohlenstoff als Hauptverunreinigungen. Metallische Verunreinigungen einschließlich Eisen, Nickel und Chrom liegen typischerweise unter 50 ppm each. Elektrische Widerstandsmessungen liefern sensitive Indikatoren für die Reinheit, mit Restwiderstandsverhältnissen (R₃₀₀K/R₄.₂K) von über 50 für hochreine Proben.

Qualitätskontrollstandards erfordern eine minimale chemische Reinheit von 99,5% mit spezifischen Maximalgrenzen für Sauerstoff (0,2%), Kohlenstoff (0,1%) und Stickstoff (0,05%). Material für thermoelektrische Anwendungen erfordert eine zusätzliche Charakterisierung des Seebeck-Koeffizienten und der Wärmeleitfähigkeit.

Anwendungen und Verwendungen

Industrielle und kommerzielle Anwendungen

Lanthanmonosulfid dient als Hochtemperatur-Thermoelektrikum, das effektiv oberhalb von 1000°C arbeitet. Die Verbindung zeigt einen Seebeck-Koeffizienten von -80 μV/K bei 1000°C und eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/m·K, was ZT-Werte von etwa 0,4 ergibt. Diese Eigenschaften ermöglichen Anwendungen in Abwärmenutzungssystemen und der Luftfahrt-Stromerzeugung.

Das Material fungiert als refractäre Beschichtung für Graphitkomponenten in Hochtemperaturöfen. Seine chemische Stabilität gegen Kohlenstoff und metallische Dämpfe macht es geeignet für die Einschließung reaktiver Materialien bei erhöhten Temperaturen. Die Verbindung dient auch als Precursor für die Synthese anderer Lanthan-haltiger Materialien durch Metathese-Reaktionen.

Forschungsanwendungen und neuere Verwendungen

Forschungsuntersuchungen erforschen LaS als Modellsystem zum Studium elektronischer Übergänge in korrelierten Elektronensystemen. Die Verbindung zeigt interessante magnetische Eigenschaften unter hohem Druck mit potenziellen supraleitenden Phasen. Aktuelle Studien untersuchen nanostrukturierte Formen für eine verbesserte thermoelektrische Leistung durch Grenzflächenstreueffekte.

Neuere Anwendungen umfassen die Verwendung als Elektrodenmaterial in geschmolzenen Salz-Batterien und als Träger für Katalysatoren für Hochtemperaturreaktionen. Die Stabilität der Verbindung in reduzierenden Umgebungen ermöglicht Anwendungen in der Synthesegasproduktion und der Kohlenwasserstoffverarbeitung. Die Patentaktivität konzentriert sich auf Dotierungsstrategien für verbesserte thermoelektrische Leistung und die Entwicklung von Verbundwerkstoffen.

Historische Entwicklung und Entdeckung

Lanthanmonosulfid tauchte erstmals in den 1950er Jahren in der wissenschaftlichen Literatur auf, als Teil systematischer Untersuchungen von Lanthanid-Chalkogeniden. Frühe Synthesemethoden, entwickelt von Eastman und Kollegen am Oak Ridge National Laboratory, ermöglichten grundlegende Eigenschaftsmessungen. Der metallische Charakter der Verbindung unterschied ihn von den meisten anderen Metallsulfiden und weckte theoretisches Interesse.

Die strukturelle Charakterisierung durch Röntgenbeugung in den 1960er Jahren bestätigte die Steinsalzstruktur. Die 1970er Jahre sahen detaillierte Untersuchungen der elektronischen Eigenschaften mittels Photoemissionsspektroskopie und elektrischen Messungen. Aktuelle Forschung konzentriert sich auf Nanotechnologie-Ansätze zur Verbesserung der thermoelektrischen Leistung und die Erforschung von Hochdruckphasen.

Schlussfolgerung

Lanthanmonosulfid stellt ein strukturell einfaches, aber elektronisch interessantes Material mit außergewöhnlicher thermischer Stabilität dar. Seine Steinsalzstruktur bietet ein Modellsystem zum Verständnis der Bindung in Lanthanid-Chalkogeniden. Die metallische Leitfähigkeit und der hohe Schmelzpunkt der Verbindung ermöglichen Anwendungen in extremen Umgebungen. Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der thermoelektrischen Leistung durch Nanostrukturierung und Dotierungsstrategien. Das Material liefert weiterhin Einblicke in korreliertes Elektronenverhalten und Hochtemperatur-Materialwissenschaft.

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