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Eigenschaften von C11H10O2

Eigenschaften von C11H10O2 (Menadiol):

Name der VerbindungMenadiol
Chemische FormelC11H10O2
Molare Masse174.1959 g/mol

Chemische Struktur
C11H10O2 (Menadiol) - Chemische Struktur
Lewis-Struktur
3D-Molekülstruktur

Elementare Zusammensetzung von C11H10O2
ElementSymbolAtomgewichtAtomeMassenprozent
KohlenstoffC12.01071175.8443
WasserstoffH1.00794105.7862
SauerstoffO15.9994218.3694
MassenprozentzusammensetzungAtomprozentzusammensetzung
C: 75.84%H: 5.79%O: 18.37%
C Kohlenstoff (75.84%)
H Wasserstoff (5.79%)
O Sauerstoff (18.37%)
C: 47.83%H: 43.48%O: 8.70%
C Kohlenstoff (47.83%)
H Wasserstoff (43.48%)
O Sauerstoff (8.70%)
Massenprozentzusammensetzung
C: 75.84%H: 5.79%O: 18.37%
C Kohlenstoff (75.84%)
H Wasserstoff (5.79%)
O Sauerstoff (18.37%)
Atomprozentzusammensetzung
C: 47.83%H: 43.48%O: 8.70%
C Kohlenstoff (47.83%)
H Wasserstoff (43.48%)
O Sauerstoff (8.70%)
Kennungen
CAS-Nummer481-85-6
LÄCHELNOc2c1ccccc1c(O)c(c2)C
Hill-FormelC11H10O2

Verwandte Verbindungen
FormelZusammengesetzter Name
CHOColansäure
CH2OFormaldehyd
H2CO3Kohlensäure
C3H8OPropanol
CH2COKetene
C4H8OTetrahydrofuran
CH3OHMethanol
CH2O2Ameisensäure
C3H6OPropionaldehyd
C7H8OAnisol

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Menadiol (C₁₁H₁₀O₂): Chemische Verbindung

Wissenschaftlicher Übersichtsartikel | Chemie-Referenzreihe

Zusammenfassung

Menadiol, systematisch als 2-Methylnaphthalin-1,4-diol (C₁₁H₁₀O₂) bezeichnet, stellt eine bedeutende organische Verbindung innerhalb der Naphthochinon-Chemiefamilie dar. Dieser kristalline Feststoff weist ein Molekulargewicht von 174,20 g·mol⁻¹ auf und zeigt charakteristisches Redoxverhalten aufgrund seiner hydrochinonähnlichen Struktur. Die Verbindung dient als entscheidendes Zwischenprodukt in synthetischen Pathways und besitzt distinctive spektroskopische Eigenschaften, einschließlich starker UV-Vis-Absorptionsmaxima bei 248 nm und 332 nm in Ethanollösung. Menadiol zeigt eine moderate Löslichkeit in polaren organischen Lösungsmitteln und eine begrenzte wässrige Löslichkeit. Seine chemische Reaktivität wird von Oxidations-Reduktions-Transformationen dominiert, insbesondere der reversiblen Umwandlung zu Menadion. Die strukturellen Merkmale der Verbindung umfassen einen planaren Naphthalinkern mit Hydroxylgruppen an den Positionen 1 und 4 und einer Methylsubstituenten an Position 2, wodurch ein System geschaffen wird, das sowohl Wasserstoffbrückenbindungen als auch π-π-Wechselwirkungen eingehen kann.

Einführung

Menadiol (2-Methylnaphthalin-1,4-diol) stellt eine organische Verbindung von erheblicher synthetischer und industrieller Bedeutung dar. Erstmals im frühen 20. Jahrhundert charakterisiert, gehört diese Verbindung zur Klasse der Naphthalindiole und weist strukturelle Ähnlichkeit zu 1,4-Naphthochinon-Derivaten auf. Die systematische Nomenklatur der Verbindung folgt den IUPAC-Konventionen und identifiziert sie als ein Derivat von Naphthalin mit Hydroxylsubstituenten an den Positionen 1 und 4 und einer Methylgruppe an Position 2. Menadiol dient als grundlegender Baustein in der organischen Synthese und stellt ein Schlüsselzwischenprodukt bei der Produktion verschiedener Vitamin-K-Analoga und verwandter Verbindungen dar. Sein chemisches Verhalten wird primär durch den Dihydroxynaphthalin-Kern bestimmt, der sowohl aromatischen Charakter als auch Redoxaktivität verleiht.

Molekularstruktur und Bindung

Molekulare Geometrie und elektronische Struktur

Die Molekularstruktur von Menadiol weist ein Naphthalin-Kernsystem mit nahezu planarer Geometrie auf. Röntgenkristallographische Analysen zeigen für aromatische Systeme typische Bindungslängen: C-C-Bindungen reichen von 1,36 Å bis 1,42 Å, während C-O-Bindungen etwa 1,36 Å messen. Die Hydroxylgruppen nehmen Positionen ein, die nahezu koplanar mit dem aromatischen System sind, was die Konjugation zwischen den freien Elektronenpaaren des Sauerstoffs und dem π-Elektronensystem erleichtert. Die Methylgruppe an Position 2 zeigt bei Raumtemperatur freie Rotation. Die Molekülorbitaltheorie sagt höchste besetzte Molekülorbitale voraus, die auf den Sauerstoffatomen und dem aromatischen System lokalisiert sind, während die niedrigsten unbesetzten Molekülorbitale chinoiden Charakter aufweisen. Die Verbindung gehört zur Punktgruppe Cs, wobei die Molekülebene als einziges Symmetrieelement dient.

Chemische Bindung und intermolekulare Kräfte

Die kovalente Bindung in Menadiol folgt typischen aromatischen Mustern mit vorherrschender sp²-Hybridisierung throughout das Naphthalinsystem. Die Kohlenstoff-Sauerstoff-Bindungen weisen aufgrund von Resonanz mit dem aromatischen System partiellen Doppelbindungscharakter auf. Intermolekulare Kräfte umfassen starke Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Hydroxylgruppen benachbarter Moleküle, wobei O-H···O-Abstände im kristallinen Zustand etwa 2,76 Å betragen. Van-der-Waals-Wechselwirkungen zwischen aromatischen Systemen tragen zu Stapelanordnungen im Festkörper bei. Das molekulare Dipolmoment beträgt 2,1 D und ist entlang der Achse ausgerichtet, die die beiden Hydroxylgruppen verbindet. London-Dispersionskräfte zwischen Methylgruppen und aromatischen Systemen stabilisieren die Kristallpackungsanordnungen weiter.

Physikalische Eigenschaften

Phasenverhalten und thermodynamische Eigenschaften

Menadiol liegt als kristalliner Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 178-180 °C vor. Die Verbindung sublimiert bei reduziertem Druck, wobei die Sublimation unter 0,1 mmHg Vakuum bei 120 °C beginnt. Dichtemessungen ergeben 1,28 g·cm⁻³ für die kristalline Form. Die Schmelzwärme beträgt 28,5 kJ·mol⁻¹, während die Sublimationswärme 89,3 kJ·mol⁻¹ beträgt. Die spezifische Wärmekapazität bei 25 °C beträgt 1,2 J·g⁻¹·K⁻¹. Der Brechungsindex von kristallinem Menadiol beträgt 1,78. Löslichkeitseigenschaften umfassen moderate Löslichkeit in Ethanol (45 g·L⁻¹ bei 25 °C), Methanol (52 g·L⁻¹ bei 25 °C) und Aceton (68 g·L⁻¹ bei 25 °C), mit begrenzter wässriger Löslichkeit (0,8 g·L⁻¹ bei 25 °C).

Spektroskopische Eigenschaften

Die Infrarotspektroskopie zeigt charakteristische O-H-Streck-Schwingungen bei 3250 cm⁻¹, aromatische C-H-Streckungen bei 3050 cm⁻¹ und keine C=O-Schwingungen, was die reduzierte Hydrochinon-Form bestätigt. Kohlenstoff-Wasserstoff-Biegemoden erscheinen zwischen 1450-1600 cm⁻¹. Die Kernspinresonanzspektroskopie zeigt Protonensignale bei δ 7,2-7,8 ppm für aromatische Protonen, δ 5,2 ppm für Hydroxylprotonen (austauschbar mit D₂O) und δ 2,3 ppm für die Methylgruppe. Die Kohlenstoff-13-NMR zeigt Signale bei δ 150,2 ppm und δ 148,7 ppm für die Kohlenstoffatome mit Hydroxylgruppen, δ 125-133 ppm für aromatische Kohlenstoffe und δ 22,5 ppm für den Methylkohlenstoff. Die UV-Vis-Spektroskopie zeigt Absorptionsmaxima bei 248 nm (ε = 15.200 M⁻¹·cm⁻¹) und 332 nm (ε = 4.800 M⁻¹·cm⁻¹) in Ethanollösung.

Chemische Eigenschaften und Reaktivität

Reaktionsmechanismen und Kinetik

Menadiol zeigt ausgeprägte Reaktivität bei Oxidations-Reduktions-Transformationen. Die Verbindung unterzieht sich einer leicht ablaufenden Zweielektronen-Oxidation zu Menadion mit einem Standardreduktionspotential von +0,42 V gegenüber SHE. Die Oxidation verläuft über ein Semichinon-Radikalzwischenprodukt mit einer Lebensdauer von Millisekunden in wässriger Lösung. Die Oxidationsgeschwindigkeitskonstante beträgt 2,3 × 10³ M⁻¹·s⁻¹ mit molekularem Sauerstoff als Oxidationsmittel. Menadiol zeigt Stabilität unter anaeroben Bedingungen, unterzieht sich jedoch in belüfteten Lösungen einer Autoxidation mit einer Halbwertszeit von 45 Minuten bei pH 7. Die säurekatalysierte Dehydratisierung erfolgt langsam unter stark sauren Bedingungen und liefert Naphthochinon-Derivate. Elektrophile Substitutionsreaktionen erfolgen bevorzugt an der 3-Position aufgrund der dirigierenden Effekte der Hydroxylgruppen.

Säure-Base- und Redox-Eigenschaften

Die Hydroxylgruppen von Menadiol zeigen sauren Charakter mit pKa-Werten von 9,2 und 11,8 für die erste bzw. zweite Deprotonierung. Die Verbindung bildet stabile monoanionische und dianionische Spezies in basischer Lösung. Das Redoxverhalten zeigt quasi-reversible Charakteristika in elektrochemischen Messungen mit E1/2 = +0,42 V gegenüber NHE. Die Verbindung zeigt gute Stabilität in reduzierenden Umgebungen, unterliegt jedoch in stark oxidierenden Bedingungen einem schnellen Abbau. Die Pufferkapazität wird zwischen pH 6-9 aufrechterhalten, wobei die optimale Stabilität bei pH 7,4 beobachtet wird. Das Oxidationspotential verschiebt sich mit steigendem pH-Wert aufgrund der Stabilisierung der dianionischen Form negativ.

Synthese und Herstellungsmethoden

Laborsyntheserouten

Die Laborsynthese von Menadiol erfolgt typischerweise durch Reduktion von Menadion (2-Methyl-1,4-naphthochinon). Die chemische Reduktion mit Natriumdithionit (Na₂S₂O₄) in wässrigem Ethanol bei 60 °C ergibt Menadiol in 85-90 % Ausbeute nach Umkristallisation. Alternative Reduktionsmittel umfassen Natriumborhydrid in Methanollösung, das Ausbeuten von 78-82 % liefert. Die katalytische Hydrierung mit Palladium auf Kohle als Katalysator unter 3 atm Wasserstoffdruck in Ethanollösung ergibt quantitative Umsetzung mit exzellenter Selektivität. Die Reduktionsreaktion zeigt Kinetik erster Ordnung in Bezug auf die Menadion-Konzentration. Die Reinigung umfasst typischerweise Umkristallisation aus Ethanol-Wasser-Gemischen, wodurch farblose Nadeln mit einer Reinheit von über 99 % erhalten werden.

Analytische Methoden und Charakterisierung

Identifikation und Quantifizierung

Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit UV-Detektion bei 248 nm ermöglicht eine effektive Trennung und Quantifizierung von Menadiol. Umkehrphasen-C18-Säulen mit Methanol-Wasser (70:30) als mobiler Phase bei einem Fluss von 1,0 mL·min⁻¹ ergeben Retentionszeiten von 4,2 Minuten. Die Nachweisgrenzen betragen 0,1 μg·mL⁻¹ mit linearem Ansprechverhalten von 0,5-100 μg·mL⁻¹. Die Gaschromatographie-Massenspektrometrie nach Silylierungs-Derivatbildung zeigt charakteristische Molekülionen bei m/z 362 und Fragmentionen bei m/z 273 und m/z 145. Die Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel mit Ethylacetat-Hexan (3:7) als mobiler Phase ergibt einen Rf-Wert von 0,45. Die spektrophotometrische Quantifizierung bei 332 nm ermöglicht eine schnelle Analyse mit einer Genauigkeit von ±2 %.

Reinheitsbewertung und Qualitätskontrolle

Häufige Verunreinigungen in Menadiol umfassen Menadion (typischerweise <0,5 %), Oxidationsprodukte und synthetische Zwischenprodukte. Die Karl-Fischer-Titration bestimmt den Wassergehalt, typischerweise <0,2 % in richtig gelagertem Material. Die Restlösemittelanalyse mittels Gaschromatographie zeigt einen Ethanolgehalt von <50 ppm. Die Schwermetallkontamination beträgt <10 ppm gemessen durch Atomabsorptionsspektroskopie. Hochreines Menadiol zeigt einen Schmelzpunktbereich von 1 °C und eine HPLC-Reinheit von >99,5 %. Stabilitätsstudien zeigen eine Haltbarkeit von 24 Monaten bei Lagerung unter Stickstoffatmosphäre bei -20 °C und Lichtschutz.

Anwendungen und Verwendungen

Industrielle und kommerzielle Anwendungen

Menadiol dient als Schlüsselzwischenprodukt in der Synthese verschiedener Vitamin-K-Analoga und -Derivate. Industrielle Anwendungen umfassen die Herstellung von Menadiol-diacetat, Menadiol-dibutyrat und Menadiol-natriumdiphosphat durch Veresterungs- und Phosphorylierungsreaktionen. Die Verbindung findet Verwendung als Reduktionsmittel in spezialisierten organischen Syntheseanwendungen, insbesondere dort, wo milde Reduktionsbedingungen erforderlich sind. Die kommerzielle Produktionsmenge übersteigt weltweit 100 Tonnen jährlich, wobei die wichtigsten Produktionsstätten in Europa und Asien liegen. Die Marktpreise liegen zwischen 150-200 US-Dollar pro Kilogramm für technisches Grad-Material.

Schlussfolgerung

Menadiol stellt ein chemisch signifikantes Naphthalindiol-Derivat mit distinctive Redoxeigenschaften und synthetischem Nutzen dar. Seine Molekularstruktur, charakterisiert durch einen planaren Naphthalinkern mit strategisch positionierten Hydroxyl- und Methylgruppen, bestimmt sein physikalisches und chemisches Verhalten. Die leichte Oxidation der Verbindung zu Menadion und ihre Stabilität in reduzierter Form machen sie für verschiedene synthetische Anwendungen wertvoll. Analytische Methoden ermöglichen eine umfassende Charakterisierung, während synthetische Methodologien eine zuverlässige Produktion von hochreinem Material sicherstellen. Zukünftige Forschungsrichtungen könnten neuartige Derivate und Anwendungen in der Materialwissenschaft und spezialisierten organischen Synthese untersuchen.

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