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Eigenschaften von Ag2N2O2

Eigenschaften von Ag2N2O2 (Silberhyponitrit):

Name der VerbindungSilberhyponitrit
Chemische FormelAg2N2O2
Molare Masse275.7486 g/mol

Chemische Struktur
Ag2N2O2 (Silberhyponitrit) - Chemische Struktur
Lewis-Struktur
3D-Molekülstruktur
Physikalische Eigenschaften
AussehenLeuchtend kanariengelber Feststoff
Löslichkeitschwer löslich
Dichte5.7500 g/cm³
Helium 0.0001786
Iridium 22.562

Elementare Zusammensetzung von Ag2N2O2
ElementSymbolAtomgewichtAtomeMassenprozent
SilberAg107.8682278.2366
StickstoffN14.0067210.1590
SauerstoffO15.9994211.6043
MassenprozentzusammensetzungAtomprozentzusammensetzung
Ag: 78.24%N: 10.16%O: 11.60%
Ag Silber (78.24%)
N Stickstoff (10.16%)
O Sauerstoff (11.60%)
Ag: 33.33%N: 33.33%O: 33.33%
Ag Silber (33.33%)
N Stickstoff (33.33%)
O Sauerstoff (33.33%)
Massenprozentzusammensetzung
Ag: 78.24%N: 10.16%O: 11.60%
Ag Silber (78.24%)
N Stickstoff (10.16%)
O Sauerstoff (11.60%)
Atomprozentzusammensetzung
Ag: 33.33%N: 33.33%O: 33.33%
Ag Silber (33.33%)
N Stickstoff (33.33%)
O Sauerstoff (33.33%)
Kennungen
LÄCHELNN(=N[O-])[O-].[Ag+].[Ag+]
Hill-FormelAg2N2O2

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FormelZusammengesetzter Name
AgNO3Silbernitrat
AgNO2Silbernitrit

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Silberhyponitrit (Ag2N2O2): Chemische Verbindung

Wissenschaftlicher Übersichtsartikel | Chemie Referenzserie

Zusammenfassung

Silberhyponitrit mit der chemischen Formel Ag2N2O2 und einer molaren Masse von 275,75 g/mol ist eine anorganische ionische Verbindung, die aus einwertigen Silberkationen und Hyponitritanionen besteht. Dieser hellkanariengelbe kristalline Feststoff weist eine Dichte von 5,75 g/cm3 bei 30 °C auf und zeigt eine begrenzte Löslichkeit in wässrigen Medien und gängigen organischen Lösungsmitteln. Die Verbindung dient als wichtiger Vorläufer für die Synthese von Hyponitriger Säure und verschiedenen Alkylhyponitritten durch Metathesereaktionen. Silberhyponitrit zersetzt sich thermisch bei 158 °C unter Vakuumbedingungen und bildet Silber(I)-oxid und Distickstoffmonoxid als primäre Zersetzungsprodukte. Seine photochemische Instabilität und unverwechselbare Färbung machen es zu einer Verbindung von besonderem Interesse in der anorganischen Synthese und Koordinationschemie.

Einleitung

Silberhyponitrit stellt ein bedeutendes Mitglied der Hyponitritsalz-Familie dar, das erstmals 1848 in der chemischen Literatur dokumentiert wurde. Als anorganische ionische Verbindung nimmt es eine wichtige Stellung in der Chemie der Stickstoff-Sauerstoff-Anionen und ihrer Silberkomplexe ein. Die unverwechselbare hellgelbe Färbung der Verbindung und ihr begrenztes Löslichkeitsprofil unterscheiden sie von anderen Silbersalzen. Silberhyponitrit fungiert primär als synthetisches Zwischenprodukt bei der Herstellung von Hyponitriger Säure und verschiedenen organischen Hyponitritestern, was es für die Untersuchung von Stickstoff-Sauerstoff-Bindungssystemen wertvoll macht. Seine strukturellen Eigenschaften bilden eine Brücke zwischen der Chemie von Silberkoordinationsverbindungen und der von Stickstoffoxid-Anionen und liefern Einblicke in beide Bereiche der anorganischen Chemie.

Molekularstruktur und Bindung

Molekulare Geometrie und elektronische Struktur

Das Hyponitrit-Anion [O-N=N-O]2- in Silberhyponitrit nimmt eine trans-Konfiguration bezüglich der N-N-Bindung ein, wobei experimentelle Beweise aus der Infrarotspektroskopie diese geometrische Anordnung unterstützen. Die N-N-Bindungslänge beträgt etwa 1,23 Å, charakteristisch für eine Stickstoff-Stickstoff-Einfachbindung, während die N-O-Bindungen Längen von 1,36 Å aufweisen, die mit Einfachbindungscharakter konsistent sind. Die Silberkationen koordinieren an die Sauerstoffatome in einer für Ag(I)-Komplexe typischen linearen Weise, mit Ag-O-Bindungsabständen von 2,05 Å. Die elektronische Struktur weist sp2-Hybridisierung an beiden Stickstoffatomen und Sauerstoffatomen auf, was zu Bindungswinkeln von etwa 120° um diese Zentren führt. Die N-N-σ-Bindung resultiert aus der Überlappung von sp2-Hybridorbitalen, während das π-System sich über den gesamten O-N-N-O-Rahmen erstreckt.

Chemische Bindung und zwischenmolekulare Kräfte

Die Bindung in Silberhyponitrit besteht primär aus ionischen Wechselwirkungen zwischen Ag+-Kationen und dem Hyponitrit-Dianion, ergänzt durch kovalenten Charakter innerhalb des Hyponitrit-Ions selbst. Die Kristallstruktur zeigt eine signifikante elektrostatische Stabilisierung aufgrund des +1/-2-Ladungsverhältnisses zwischen den Ionen. Zu den zwischenmolekularen Kräften gehören Dipol-Dipol-Wechselwirkungen zwischen Hyponitrit-Ionen und London-Dispersionskräfte zwischen Silberionen. Die begrenzte Löslichkeit der Verbindung in polaren Lösungsmitteln deutet auf eine starke Gitterenergie hin, die auf Basis von Born-Haber-Zyklus-Berechnungen auf 850 kJ/mol geschätzt wird. Das Hyponitrit-Anion besitzt ein Dipolmoment von 2,1 D, resultierend aus der ungleichen Ladungsverteilung über den O-N-N-O-Rahmen.

Physikalische Eigenschaften

Phasenverhalten und thermodynamische Eigenschaften

Silberhyponitrit liegt als hellkanariengelber mikrokristalliner Feststoff mit einer Dichte von 5,75 g/cm3 bei 30 °C vor. Die Verbindung zeigt unter atmosphärischen Bedingungen keinen beobachtbaren Schmelzpunkt, sondern unterliegt vor Erreichen der Schmelztemperaturen einer Zersetzung. Die thermische Analyse zeigt eine bei 158 °C unter Vakuumbedingungen beginnende Zersetzung mit einer Zersetzungsenthalpie von -125 kJ/mol. Die Kristallstruktur gehört zum orthorhombischen System mit der Raumgruppe Pnma und den Gitterparametern a = 5,62 Å, b = 7,83 Å, c = 4,95 Å. Die Verbindung weist bei Raumtemperatur einen vernachlässigbaren Dampfdruck auf und sublimiert nur bei erhöhten Temperaturen unter vermindertem Druck. Sein Brechungsindex beträgt 1,87 bei 589 nm, was mit anderen Silbersalzen konsistent ist.

Spektroskopische Eigenschaften

Die Infrarotspektroskopie von Silberhyponitrit zeigt charakteristische Schwingungen bei 1045 cm-1 (N-N-Streckung), 1380 cm-1 (N-O-symmetrische Streckung) und 1570 cm-1 (N-O-asymmetrische Streckung). Das Fehlen einer Absorption zwischen 1650-1750 cm-1 bestätigt die trans-Konfiguration des Hyponitrit-Anions. Die Raman-Spektroskopie zeigt starke Banden bei 980 cm-1 und 1120 cm-1, die symmetrischen und asymmetrischen Streckschwingungen der N-O-Bindungen entsprechen. Die Ultraviolett-Vis-Spektroskopie zeigt Absorptionsmaxima bei 320 nm (ε = 4500 M-1cm-1) und 410 nm (ε = 2800 M-1cm-1), die für die gelbe Färbung der Verbindung verantwortlich sind. Die massenspektrometrische Analyse unter Elektronenstoßbedingungen zeigt Fragmentierungsmuster, die mit der Ag2N2O2-Zusammensetzung konsistent sind.

Chemische Eigenschaften und Reaktivität

Reaktionsmechanismen und Kinetik

Silberhyponitrit unterliegt einem thermischen Zersetzung nach Kinetik erster Ordnung mit einer Aktivierungsenergie von 95 kJ/mol. Der primäre Zersetzungsweg produziert Silber(I)-oxid und Distickstoffmonoxid: Ag2N2O2 → Ag2O + N2O. Sekundärreaktionen zwischen diesen Produkten ergeben elementares Silber, Stickstoffgas und verschiedene Silberoxide. Die photochemische Zersetzung verläuft mit einer Quantenausbeute Φ = 0,15 bei 350 nm, was auf eine moderate Photosensitivität hindeutet. Die Verbindung zeigt Stabilität in trockener Luft, zersetzt sich jedoch unter feuchten Bedingungen langsam aufgrund von Hydrolysereaktionen. Die Reaktion mit Alkylhalogeniden folgt einer Kinetik zweiter Ordnung mit Geschwindigkeitskonstanten im Bereich von 10-3 bis 10-5 M-1s-1, abhängig von der Alkylgruppe und der Abgangsgruppenfähigkeit.

Säure-Base- und Redox-Eigenschaften

Silberhyponitrit fungiert als schwache Base über die basischen Sauerstoffatome des Hyponitrit-Anions, mit geschätzten pKb-Werten von 8,2 und 10,5 für den ersten bzw. zweiten Protonierungsschritt. Die Verbindung zeigt Redoxaktivität mit einem Standardreduktionspotential von E° = +0,75 V für das Ag2N2O2/Ag + N2O-Paar. In sauren Medien erfolgt eine Protonierung an Sauerstoffatomen, die zur Bildung von Hyponitriger Säure führt. Das Hyponitrit-Anion kann je nach Reaktionsbedingungen sowohl zu Nitrit oxidiert als auch zu Distickstoffmonoxid reduziert werden. Elektrochemische Studien zeigen irreversible Reduktionswellen bei -0,35 V und -0,85 V gegenüber der Standardwasserstoffelektrode, die schrittweisen Reduktionsprozessen entsprechen.

Synthese und Herstellungsmethoden

Laborsyntheserouten

Die primäre Laborsynthese beinhaltet eine Metathesereaktion zwischen Natriumhyponitrit und Silbernitrat in wässriger Lösung: Na2N2O2 + 2AgNO3 → Ag2N2O2 + 2NaNO3. Diese Fällungsreaktion verläuft quantitativ bei stöchiometrischen Reagenzienverhältnissen bei 0-5 °C und ergibt das Produkt als hellgelben Feststoff. Das Produkt erfordert ein sorgfältiges Waschen mit kaltem Wasser und Ethanol zur Entfernung von Nitratverunreinigungen, gefolgt von einer Trocknung unter Vakuum bei Raumtemperatur. Typische Ausbeuten liegen zwischen 85-92 %, bezogen auf Silbernitrat. Eine alternative Herstellungsmethode verwendet die Reduktion von Silbernitrat mit Natriumamalgam in Gegenwart von Nitritionen, obwohl diese Route niedrigere Ausbeuten von 70-75 % liefert. Überschüssiges Silbernitrat muss vermieden werden, da es durch Nebenreaktionen braune oder schwarze Verunreinigungen erzeugt.

Analytische Methoden und Charakterisierung

Identifikation und Quantifizierung

Die Identifikation von Silberhyponitrit stützt sich primär auf seine charakteristische gelbe Farbe und sein infrarotspektroskopisches Signalmuster. Die quantitative Analyse verwendet gravimetrische Methoden durch Umwandlung in Silberchlorid mit Nachweisgrenzen von 0,5 mg und einem relativen Fehler von ±0,2 %. Die Elementaranalyse bestätigt die Zusammensetzung mit den erwarteten Werten: Ag 78,27 %, N 10,16 %, O 11,57 %. Röntgenbeugungsmuster dienen zur definitiven Identifikation mit charakteristischen Peaks bei d-Werten von 4,12 Å, 3,45 Å und 2,78 Å. Die thermogravimetrische Analyse zeigt Massenverlustprofile, die mit den Zersetzungswegen konsistent sind. Chromatographische Methoden sind aufgrund der begrenzten Löslichkeit der Verbindung generell nicht anwendbar.

Reinheitsbewertung und Qualitätskontrolle

Die Reinheitsbewertung beinhaltet typischerweise die Bestimmung des Silbergehalts durch Volhard-Titration, wobei eine akzeptable Reinheit 98,0-101,0 % des theoretischen Silbergehalts entspricht. Häufige Verunreinigungen sind Silbernitrat, Silberoxid und Natriumhyponitrit. Die spektroskopische Reinheit erfordert das Fehlen von Absorptionsmerkmalen oberhalb von 600 nm, was auf Freiheit von Silbermetallkontamination hinweist. Die Verbindung sollte bei Lagerung in Braunglasbehältern für 24 Stunden keine Dunkelfärbung zeigen, was auf eine akzeptable photochemische Stabilität hindeutet. Qualitätskontrollparameter umfassen die Partikelgrößenverteilung mit 90 % der Partikel zwischen 5-50 μm und einem Feuchtigkeitsgehalt unter 0,5 %, bestimmt durch Karl-Fischer-Titration.

Anwendungen und Verwendungen

Industrielle und kommerzielle Anwendungen

Silberhyponitrit findet aufgrund seiner Instabilität und spezialisierten Natur nur begrenzt industrielle Anwendung. Die Verbindung dient primär als Laborreagenz für die Synthese von Hyponitriger Säure durch Reaktion mit Chlorwasserstoff: Ag2N2O2 + 2HCl → H2N2O2 + 2AgCl. Diese Anwendung nutzt die geringe Löslichkeit von Silberchlorid, die die Reaktion zum Abschluss bringt. Zusätzliche synthetische Nutzung zeigt sich bei der Herstellung von Alkylhyponitritten durch Reaktion mit Alkylhalogeniden: 2RX + Ag2N2O2 → R-O-N=N-O-R + 2AgX. Diese Reaktionen produzieren Methyl-, Ethyl-, Benzyl- und tert-Butylhyponitrite, wobei das Methylderivat jedoch spontane Explosivität zeigt und einen sorgfältigen Umgang erfordert.

Forschungseinwendungen und neuere Verwendungen

Forschungseinwendungen konzentrieren sich primär auf die Rolle der Verbindung beim Studium der Hyponitritchemie und von Silberkoordinationsverbindungen. Die Verbindung dient als Modellsystem zur Untersuchung von Stickstoff-Stickstoff-Bindungsbildungs- und -spaltungsprozessen. Aktuelle Untersuchungen erforschen ihr Potenzial als Distickstoffmonoxid-Vorläufer in kontrollierten Freisetzungsanwendungen. Neuere Verwendungen umfassen photokatalytische Systeme, bei denen Silberhyponitrit aufgrund seiner Absorptionseigenschaften als Photosensibilisator fungiert. Die thermischen Zersetzungseigenschaften der Verbindung deuten auf potenzielle Anwendungen in Gaserzeugungssystemen hin, obwohl Stabilitätsprobleme die praktische Umsetzung limitieren. Die Forschung setzt sich fort in modifizierte Hyponitritkomplexe mit verbesserten Stabilitätsprofilen für spezialisierte Anwendungen.

Historische Entwicklung und Entdeckung

Silberhyponitrit wurde erstmals 1848 beschrieben und stellt eines der frühesten bekannten Hyponitritsalze dar. Erste Untersuchungen konzentrierten sich auf seine Herstellungsmethoden und seine unverwechselbare Färbung im Vergleich zu anderen Silberverbindungen. Forschungen im frühen 20. Jahrhundert etablierten seine Beziehung zur Hyponitriger Säure und seine Nützlichkeit in der organischen Synthese. Die strukturelle Charakterisierung schritt in den 1950er Jahren signifikant voran mit der Anwendung der Infrarotspektroskopie, die die trans-Konfiguration des Hyponitrit-Anions bestätigte. Zersetzungsstudien in den 1960er Jahren klärten die komplexen Reaktionswege bei seinem Abbau auf. Aktuelle Forschung hat sich auf seine Koordinationschemie und potenzielle Anwendungen in der Materialwissenschaft konzentriert, obwohl praktische Anwendungen aufgrund von Stabilitätsüberlegungen begrenzt bleiben.

Schlussfolgerung

Silberhyponitrit stellt eine chemisch bedeutsame Verbindung im weiteren Kontext der Stickstoff-Sauerstoff-Chemie und von Silberkoordinationsverbindungen dar. Seine unverwechselbaren physikalischen Eigenschaften, insbesondere seine hellgelbe Färbung und begrenzte Löslichkeit, machen es unter Silbersalzen leicht identifizierbar. Die primäre Bedeutung der Verbindung liegt in ihrer synthetischen Nützlichkeit zur Herstellung von Hyponitriger Säure und Alkylhyponitritten, trotz ihrer inhärenten thermischen und photochemischen Instabilität. Strukturstudien bestätigen die trans-Konfiguration des Hyponitrit-Anions und seine Koordination an Silberkationen. Zukünftige Forschungsrichtungen könnten die Stabilisierung durch Koordination mit geeigneten Liganden, die Entwicklung von unterstützten Hyponitritsystemen und die Erforschung ihrer Redox-Eigenschaften in katalytischen Anwendungen umfassen. Die Verbindung liefert weiterhin wertvolle Einblicke in Stickstoff-Stickstoff-Bindungssysteme und die Silberchemie.

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Was sind zusammengesetzte Eigenschaften?

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